Herzlich Wilkommen ...

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Sonntag, 29. Juli 2007

Welt Online vom 30.Oktober 2000


30. Oktober 2000, 00:00 Uhr
Von SRK


Nur neun Kirchgänger - aber keine Katerstimmung


Alltag in der "Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche" Marzahn
In der Missionsgemeinde Berlin-Marzahn der "Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche" , deren Gotteshaus am vorvergangenen Sonntag mit einem Festgottesdienst und 300 Gästen geweiht wurde, ist der Alltag eingezogen. Der Kirchraum, in dem sich vor einer Woche die Menschen drängten, ist am Sonntag danach durch eine Schiebetür verkleinert und mit nur 24 Stühlen ausgestattet. Neun Gottesdienstbesucher und den Pfarrer umgibt eine familiäre Atmosphäre.
Altbischof Schöne, der diesen Gottesdienst leitet, hat einen schweren Stand: Er singt fast alleine, weil die Liturgie den wenigsten bekannt ist. Die Gemeindelieder werden zudem nicht durch eine Orgel begleitet, so dass er auch hier allein und kräftig vorsingt. Wenige Gottesdienstbesucher stimmen zaghaft mit ein, wenn ihnen eine Passage im Lied bekannt vorkommt. Katerstimmung macht sich dennoch nicht breit. Bischof Schöne freut sich, dass "zehn da waren. Das ist doch eine ganze Menge für der ersten Gottesdienst." Er ist zuversichtlich, dass die Gemeinde wachsen werde. Olivia Sch. hat an diesem Sonntag den Küsterdienst übernommen. Sie ist zu dieser Gemeinde gekommen, weil sie nebenan wohnt, und den Kirchbau verfolgt hat. "Ich bin zwar atheistisch erzogen, bin aber durch ein persönliches Erlebnis zum Glauben gekommen."
Dass der Gemeindeaufbau in kleinen voran gehen würde, war Pfarrer Hartwig Neigenfind von Anfang an klar. "Natürlich werden wir langsam wachsen, darum haben wir die Kirche auch erst mal für 100 Besucher gebaut." Grundsätzlich seien die Marzahner aufgeschlossen für das Evangelium, das erlebe er immer wieder. "Leute rufen mich an und klagen: ?Keiner kann mir mehr helfen, sagen Sie mir, wie Gott mir helfen kann'. Darüber reden wir dann in der Kirche. Zuerst kommen diese Menschen zum Gespräch wieder, später vielleicht in den Gottesdienst. Mir liegt nicht so viel daran, tolle Zahlen für eine Statistik zu liefern, sondern den Menschen hier wirklich neue Lebenshoffnung und eine Perspektive zu geben."

Quelle